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Susanne Hennig-Wellsow und Torsten Wolf

Rotstift darf nicht länger wichtigstes Instrument der Bildungspolitik sein

Die Vorsitzende der LINKEN in Thüringen, Susanne Hennig-Wellsow, und der Direktkandidat der LINKEN im Wahlkreis Jena I, Torsten Wolf, üben vor Beginn des neuen Schuljahrs erneut scharfe Kritik an der Schulpolitik der scheidenden Landesregierung und umreißen die schulpolitischen Ziele ihrer Partei für die kommenden fünf Jahre.

Torsten Wolf zieht eine gemischte Bilanz der Thüringer Schulpolitik: "In der kommenden Woche beginnt für die Schülerinnen und Schüler in Thüringen ein neues Schuljahr. Wir wünschen allen, die am nächsten Montag zum ersten Mal nach dem Sommer wieder eine Schule betreten, viel Erfolg im kommenden Jahr. Die Thüringer Schulen und die Thüringer Lehrerinnen und Lehrer leisten viel. Nachsitzen muss die Bildungspolitik. Es gibt keinen Grund für Jubelbilanzen. Wichtige Fragen für die Thüringer Schulen wurden gar nicht oder nur halbherzig angepackt. 2.500 neue Lehrerinnen und Lehrer versprach der Koalitionsvertrag 2009, die reale Zahl 2014 liegt bei 1.200. Der Unterrichtsausfall ist mit acht Prozent rund doppelt so hoch wie offiziell angegeben, wenn man eine fächergerechte Unterrichtsvertretung als Maßstab anlegt. Die Gemeinschaftsschule steht zwar im Thüringer Schulgesetz, aber es gibt thüringenweit gerade einmal 46 Gemeinschaftsschulen, von denen knapp die Hälfte in den sechs kreisfreien St ädten steht. Christoph Matschie hat nach dem 14.9. die Chance, Bildungspolitik aus einem Guss zu machen: individuelle Förderung und längeres gemeinsames Lernen sowie mindestens 500 neue Lehrer im Jahr, das geht nur mit den Linken. Das ist die Erkenntnis aus fünf Jahren Bildungspolitik unter derm Diktat des Finanzministers."

Susanne Hennig-Wellsow fasst die schulpolitischen Planungen der LINKEN für Thüringen zusammen: "In den nächsten fünf Jahren muss Bildung in Thüringen Vorfahrt haben. Thüringen kann mehr. Das Thüringer Schulsystem kann besser werden, wenn die Thüringer Bildungspolitik besser wird. In den nächsten fünf Jahren muss Bildung Vorfahrt haben. Der Rotstift als wichtigstes bildungspolitisches Instrument wird in der nächsten Landesregierung aussortiert. Wir wollen in den kommenden fünf Jahren zusammen mit Eltern, Kindern und Lehrkräften große Schritte in Richtung einer chancengerechten Schule gehen. Um kein Kind zurückzulassen, brauchen wir mehr Lehrkräfte, mehr sonderpädagogisches Personal und mehr Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter. Wir wollen die Gemeinschaftsschule für alle konsequent entwickeln und die Zahl der Gemeinschaftsschulen in Thüringen deutlich erhöhen. Bis 2024 sollen 5.000 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden, um den Unterrichtsausfall deutlich abzubauen. Ein Schulinvestitionsprogramm soll die Lernbedingungen für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer verbessern. Die Entwicklung der Schülerzahlen an den berufsbildenden Schulen und die damit zusammen hängenden strukturellen Probleme zeigen deutlich, dass es eine Berufsschulnetzplanung auf Landesebene braucht."