28. März 2017

Bauherreneigenschaft: Kleinere Hochschulen nicht vergessen!

Zur aktuellen Diskussion um die Übertragung der Bauherreneigenschaft auf die Thüringer Hochschulen erklärt Christian Schaft, hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Die Übertragung der Bauherreneigenschaft macht nur Sinn, wenn auch alle Hochschulen das notwendige Fachpersonal und Knowhow vorhalten können. Dabei ist es besonders wichtig, darauf zu achten, dass gerade die kleineren Hochschulstandorte, wie Nordhausen oder Schmalkalden, nicht als Verlierer aus einem solchen Prozess hervorgehen. Am Ende ist aus meiner Sicht entscheidend, dass alle Hochschulen schneller und effizienter Baumaßnahmen umsetzen können. Ob dies tatsächlich durch die Übertragung der Bauherreneigenschaft gelingen kann, ist für meine Fraktion noch nicht ausreichend belegt.“

Schaft verweist darauf, dass derzeit verschiedene Modelle zwischen den zuständigen Ministerien und den Hochschulen diskutiert und abgewogen werden und mahnt zur Zurückhaltung bis diese Diskussionsprozesse abgeschlossen sind. „Schnellschüsse sollten vermieden werden, um am Ende eine fundierte Lösung zu finden. Nach meiner Wahrnahme stimmen alle Beteiligten darin überein, Verbesserungen im Sinne der Hochschulen und ihrer Autonomie zu erreichen. Vermieden werden muss jedoch ein Ergebnis, welches die kleineren Hochschulen benachteiligt. Es ist schlicht nicht vorstellbar, dass jede Hochschule einzeln eine umfassende Bauverwaltung vorhalten kann. Dies würde Ressourcen verschwenden, die an anderer Stelle besser eingesetzt wären, beispielsweise beim wissenschaftlichen Personal für Lehre und Forschung.“

„Im Rahmen der Novelle des Thüringer Hochschulgesetzes werden die Koalitionsfraktionen eine Verbesserung der Abläufe beim Hochschulbau umsetzen. Das ist unser gemeinsames Ziel. Im Ergebnis kann es zu einer Übertragung der Bauherreneigenschaft kommen, sofern sichergestellt ist, dass dies zum Nutzen aller Hochschulen ist. Diesen Diskussionsprozess wird DIE LINKE aktiv begleiten", betont der Hochschulpolitiker abschließend.