Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion und stellvertretende Landesvorsitzende der LINKEN in Thüringen, Susanne Hennig, hat die Fachkräfte- und die Bildungspolitik der Landesregierung scharf kritisiert.
„Zur selben Zeit, wo mit großem öffentlichen Tam-Tam 40 Auszubildende aus Ungarn geholt werden und die IHK Erfurt die Reisekosten trägt, nimmt es die Landesregierung hin, dass seit Jahren jeder zehnte Schulabgänger ohne Schulabschluss bleibt und dass täglich 40 junge Menschen das Land verlassen, vor allem aufgrund der katastrophal niedrigen Löhne“, betont Hennig. „Diese Politik geht in die falsche Richtung! Wir fordern von der Landesregierung, endlich um jeden jungen Menschen in Thüringen zu kämpfen.“
Die Bildungspolitikerin der LINKEN fragt, „wo die Schulsozialarbeiter und zusätzlichen Lehrer bleiben, um jungen Menschen über Problemphasen hinwegzuhelfen und den Unterrichtsausfall zu senken?“. Unklar sei auch, „warum die Gemeinschaftsschule in Thüringen nicht viel mehr als ein Schulversuch geblieben ist“. Nicht zuletzt stehe die Frage: „Warum befinden sich zur selben Zeit, in der Unternehmen nach Auszubildenden suchen, noch immer hunderte junge Menschen in außerbetrieblichen und vollzeitschulischen Maßnahmen ohne Berufsabschluss?"
Susanne Hennig: „Die Schulen brauchen dringend zusätzliche Unterstützung, damit den Perspektivproblemen unter einem Teil der Schüler wirksam begegnet und die Arbeitsbelastung der Lehrer verringert werden kann. Es muss endlich an jeder Schule mindestens eine Vollzeitstelle Schulsozialarbeit geben und der Ausbau von Ganztagsschulangeboten muss vorangetrieben werden. Das bisherige Konzept der Förderschule, in der drei Viertel der Schüler ohne Abschluss bleiben, ist gescheitert und muss dringend überdacht werden."